Alternative zu Energiefressern

von Sven Spangenberger am November 07, 2021

BLICKPUNKT WIRTSCHAFT: Die Dürkheimer Firma „Luks-Lite“ des Jungunternehmers Sven Spangenberger bietet LED-Beleuchtungskonzepte für Betriebe und Privatleute an und will weiter wachsen.


VON DAGMAR MÜLLER-NÖTH


BAD DÜRKHEIM. Sven Spangenberger setzt auf LEDs: Mit seiner Firma „Luks-Lite“ in Bad Dürkheim will der Jungunternehmer seit fünf Jahren für effiziente Beleuchtung in Privat- und Geschäftsräumen sorgen. „Mein erster Blick geht immer an die Decke“, verrät der 36-Jährige. 

Alte Glühbirnen oder Quecksilberdampflampen sind für Spangenberger große Energiefresser: „Im Zeichen von CO2-Einsparung und Klimawandel verstehe ich nicht, dass in Deutschland noch so viel Strom verschwendet wird“, wirbt der „Luks-Lite“-Geschäftsführer für die LED-Technik. Nach acht bis neun Monaten habe sich eine Investition in LED-Panels schon amortisiert, rechnet er vor.

Im Jahr 2017 habe sich sein Betrieb auf diese LED-Panels konzentriert, denn sie sind „extrem dünn, für jede Decke und jeden Raum geeignet“. 2018 sei das Sortiment vergrößert worden. Die vergangenen beiden Jahre standen laut Spangenberger dann im Zeichen des Wachstums, der erneuten Erweiterung des Sortiments und der Verschlankung der IT- und Logistikprozesse des Betriebes in der Bürgermeister-Gropp-Straße 26.

Betrieb mit vier Mitarbeitern

Im August 2020 hat Spangenberger den Logistikbereich ausgelagert. Ein Dienstleister wickle die Bestellungen nun direkt ab. Zuvor habe das Team alles selbst bewerkstelligt. „Die Auslagerung war meine beste Entscheidung“, sagt der Jungunternehmer und denkt über ein weiteres Wachstum im direkten Vertrieb nach.

Denkbar sei ein Mitarbeiter, der potenzielle Kunden vor Ort überzeugt. Dafür brauche es aber noch mehr Umsatz, meint der Betriebswirt, der aus dem Bereich der Halbleiterindustrie mit dem Schwerpunkt Optoelektronik im Industriebereich und dem Qualitätsmanagement komme. Aktuell beschäftigt der junge Familienvater zwei freiberufliche Mitarbeiter für Online-Marketing, einen IT-Experten für die Shop-Abwicklung und einen Logistiker. Rund 250.000 Euro setze der Betrieb in diesem Jahr mit den LED-Panels um.

„Wir berechnen die optimale Ausleuchtung, die der Auftraggeber benötigt und zeigen das passende Panel samt der besten Positionierung an der Decke.“ In Zeiten von Corona mit vermehrtem Homeoffice und Werkeln in den eigenen Räumen habe „Luks-Lite“ von Neukunden gerade im Privatgeschäft profitiert. Hier ist Spangenberger stark auf YouTube engagiert, wo er ein Projekt mit einem Bastler realisiert hat. Dieser Hobbyheimwerker habe eine große Schar von Followern und die orderten nun bei ihm ihre Werkstattbeleuchtung. Der Privatkundenanteil liege bei etwa 70 Prozent.

Dennoch wolle sich das Unternehmen gezielt an Geschäftskunden wenden, die bisher lediglich etwa 30 Prozent ausmachten. Spangenberger möchte Firmen, Arztpraxen, Fitnessstudios oder Betriebe mit großen Fertigungshallen für seine Beleuchtungskonzepte gewinnen: „Speziell in industriellen Bereichen kommen noch oft kurzlebige und energie-ineffiziente Leuchtstoffröhren und Quecksilberdampflampen zum Einsatz. Beide mit giftigem Inhalt“, so Spangenberger. Lieferschwierigkeiten wie andere Branchen spüre der Beleuchtungsspezialist noch nicht. Spangenberger habe im vergangenen Herbst geahnt, dass Komponenten aus China knapp werden könnten, und deshalb seine Lager gefüllt.

Um der Umrüstung auf die energiesparende LED-Technik Schub zu geben, wünscht sich Spangenberger noch mehr Unterstützung von Seiten des Bundes. Es gebe seit Januar 2021 wieder eine Förderung, er sieht aber die Hürden zu hoch. Andere Länder wie etwa China oder die Schweiz sind in seinen Augen weiter beim Thema energieeffiziente Beleuchtung. „Wir haben noch so viele konventionelle Energiefresser mit Quecksilber“, meint der Dürkheimer Unternehmer. Er sei immer noch beeindruckt von der Leuchtkraft von Bauteilen, die nicht einmal halb so groß wie ein Fingernagel seien und sieht in der Region ein großes Potenzial. Zudem seien die Tage von Leuchtmitteln wie der Halogen-Lampe gezählt: Die EU-Richtlinien würden über kurz oder lang keine Alternativen am Markt erlauben. Deshalb heiße die Zukunft LED.

Sven Spangenberger im Interview mit der Rheinpfalz

Quelle: Die Rheinpfalz, Ausgabe Nr. 243 vom Dienstag, 19. Oktober 2021
Verfasser: DAGMAR MÜLLER-NÖTH
Foto: Franck


Den Artikel zum Download findest du hier:

Alternative zu Energiefressern - Rheinpfalzartikel vom 19.10.2021

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